Gesunde Zähne bei Babys und Kindern fangen mit der Ernährung an

Gesunde Zähne bei Babys und Kindern fangen mit der Ernährung an

Gesunde Zähne beginnen nicht erst mit der Zahnbürste – sondern deutlich früher. Kinderzahnärztin Michaela Baake von @kinder.zaehne erklärte bei einem vergangenen Kids Ernährungs Summit, welche Vitamine und Nährstoffe für die Zahngesundheit bedeutend sind und wie das über die richtige Ernährung unterstützt werden kann.

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Mein Name ist Michaela Baake. Ich bin Kinderzahnärztin und Mama von drei Kindern und darf bereits von Anfang an beim KES-Event als Speakerin auftreten. Das macht mich sehr glücklich, weil mir die Zahngesundheit von Kindern sehr am Herzen liegt. Und natürlich hat die Ernährung einen direkten Einfluss auf die Zähne eurer Kinder.

Falls ihr noch mehr Informationen haben möchtet, dann schaut gerne auf meinem Instagram-Kanal vorbei. Dort findet ihr mich unter @kinder.zaehne. Dort kläre ich über die Zahngesundheit von Kindern auf.

Warum Ernährung für die Zahngesundheit so wichtig ist

Bei den letzten Vorträgen lag der Schwerpunkt auf der Kariesentwicklung aufgrund von Zuckerkonsum. Die meisten von euch wissen, dass Zucker ein entscheidender Faktor bei der Entstehung von Karies ist. Deshalb soll es heute weniger um Zucker gehen, sondern vielmehr um die Vitamine und Mineralstoffe, die Einfluss auf die Zahnentwicklung haben.

Kalzium – der wichtigste Mineralstoff für starke Zähne

Vielleicht kennt ihr das aus eurer Kindheit: „Trink deine Milch, dann bekommst du starke Knochen und starke Zähne.“ Warum das so ist, erkläre ich euch jetzt. Kalzium ist der wichtigste Mineralstoff für die Zahnentwicklung. Es ist Hauptbestandteil der Zähne – sowohl der Milchzähne als auch der bleibenden Zähne. Kalzium stärkt den Zahnschmelz, schützt vor Karies und sorgt für Härte und Widerstandsfähigkeit.

Kalzium steckt klassisch in Milchprodukten wie Milch und Käse, besonders viel zum Beispiel in Parmesan. Es kommt aber auch in grünem Blattgemüse wie Brokkoli sowie in Nüssen wie Mandeln vor. Bei pflanzlich ernährten Kindern findet sich Kalzium unter anderem in kalziumangereichertem Mineralwasser oder in angereicherter Pflanzenmilch.

Phosphat – der Partner von Kalzium

Ein weiterer wichtiger Mineralstoff ist Phosphat. Phosphat unterstützt die Wirkung von Kalzium und trägt zur Bildung von Zahn- und Knochengewebe bei. Es stärkt sowohl den Zahnschmelz als auch die Zahnwurzel.

Phosphat findet ihr in Fleisch, Fisch und Eiern, bei pflanzlich ernährten Kindern vor allem in Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten.

Fluorid – Schutzschild für den Zahnschmelz

Ein essenzieller Stoff für die Zahngesundheit ist Fluorid. Fluorid lagert sich in den Zahnschmelz ein, macht ihn widerstandsfähiger, beeinflusst den Bakterienstoffwechsel positiv und sorgt für die Remineralisierung der Zähne.

Zur Kariesentstehung: Kariesbakterien verstoffwechseln Zucker zu Säuren. Diese Säuren entziehen dem Zahn Mineralien, machen ihn weich und porös – es entsteht ein Kariesloch. Fluorid hilft, diesen Prozess zu verhindern.

Fluorid kommt unter anderem in fluoridhaltigem Mineralwasser, Speisesalz, Fisch, grünem und schwarzem Tee vor. Der wichtigste Lieferant im Alltag ist jedoch die fluoridhaltige Zahnpasta.

Vitamin D – Schlüssel für die Mineralisierung der Zähne

Vitamin D kennen die meisten aus dem Säuglingsalter, da es häufig supplementiert wird. Es stärkt das Immunsystem, beugt Zahnfleischerkrankungen vor und ist besonders wichtig für die Mineralisierung der Zahnhartsubstanz. Vitamin D sorgt dafür, dass Kalzium und Phosphat in den Zahnschmelz eingelagert werden.

Vitamin D bildet der Körper durch Sonnenlicht. Zusätzlich ist es in fettem Fisch wie Lachs oder Makrele sowie in Eiern enthalten.

Vitamin A – für gesunde Schleimhäute und Speichelproduktion

Vitamin A wird oft unterschätzt, spielt aber für die Zahngesundheit eine wichtige Rolle. Es hält die Schleimhäute gesund und unterstützt die Speichelproduktion. Speichel remineralisiert die Zähne, umspült sie und hat eine reinigende Schutzfunktion gegen Karies.

Gute Quellen für Vitamin A sind Karotten, Süßkartoffeln, Mangos, Eigelb und Leber.

Vitamin B12 – indirekt wichtig für die Mundgesundheit

Vitamin B12 beeinflusst die Zellteilung sowie die Regeneration von Zellen und Gewebe. Es unterstützt die Gesundheit von Nervenzellen und roten Blutkörperchen. Für die Zähne wirkt es indirekt, indem es die Mund- und Schleimhautgesundheit fördert, Zahnfleischbluten vorbeugt und Entzündungen reduziert.

Vitamin B12 kommt hauptsächlich in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten vor. Kinder, die pflanzlich ernährt werden, sollten Vitamin B12 supplementieren.

Vitamin K – wichtig für Zähne und Knochen

Vitamin K ist vielen aus der Vitamin-K-Prophylaxe im Säuglingsalter bekannt. Neben seiner Rolle bei der Blutgerinnung unterstützt es auch die Einlagerung von Kalzium in Knochen und Zähne.

Vitamin K findet sich vor allem in grünem Blattgemüse wie Brokkoli, Spinat und Grünkohl, aber auch in fermentierten Lebensmitteln wie Sauerkraut sowie in Milchprodukten.

Magnesium – Unterstützung für Zahnschmelz und Mineralstoffhaushalt

Magnesium ist ein essenzielles Mineral, das an der Bildung von Knochen und Zähnen beteiligt ist. Es unterstützt die Kalziumaufnahme, trägt zur Bildung eines stabilen Zahnschmelzes bei und hilft, den Kalzium- und Phosphathaushalt im Gleichgewicht zu halten.

Magnesiumreiche Lebensmittel sind Nüsse (z. B. Mandeln, Cashews), Samen wie Kürbis- und Sonnenblumenkerne, grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Bananen.

Fazit & praktischer Tipp

Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und die Kombination verschiedener Vitamine und Mineralstoffe sind entscheidend für die Zahngesundheit und das Wohlbefinden eurer Kinder. Versucht, unterschiedliche Lebensmittelgruppen zu kombinieren und nährstoffreiche Quellen bewusst einzuplanen. Nahrungsergänzungsmittel sollten immer nur in Absprache mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt gegeben werden.

Wenn euch der Vortrag gefallen hat oder ihr Fragen und Anmerkungen habt, schreibt mir gerne über Instagram. Ihr findet mich unter @kinder.zaehne.

Gesunde Milchzähne sind wichtig

Milchzähne erscheinen meist zwischen 6 und 8 Monaten und sind trotz späterem Verlust wichtig für die lebenslange Zahngesundheit. Milchzähne spielen eine bedeutende Rolle dabei Kauen/Essen und Sprechen zu lernen.

Milchzähne müssen besonders gut gepflegt werden, auch wenn sie nicht für immer sind. Sie haben einen dünneren Zahnschmelz als bleibende Zähne und sind dadurch anfälliger für Karies. Karies kann nicht nur Schmerzen oder Zahnverlust verursachen, die Bakterien können den Kiefer und den gesamten Organismus schädigen. Auch schon bei Milchzähnen.

Warum haben wir überhaupt Milchzähne?

Milchzähne sind sozusagen die Platzhalter für die bleibenden Zähne, diese wären aber schlicht zu groß für Babys Köpfchen.

Was ist wichtig für gesunde Zähne

Eine gute Zahngesundheit im Kleinkindalter kann spätere Zahnprobleme reduzieren. Regelmäßige Vorsorge hilft, Probleme früh zu erkennen.

1. Ernährung beeinflusst Zahnentwicklung und Kariesrisiko

Eine ausgewogene Ernährung ist für gesunde Zähne entscheidend: Sie liefert Bausteine für Zahnschmelz und Kieferknochen. Zucker- und säurehaltige Lebensmittel fördern Zahnbelag und erhöhen Kariesrisiko.

2. Vitaminen und Mineralstoffe sind entscheidend für die orale Gesundheit

Ist der Körper nicht ausreichend mit den richtigen Vitaminen und Mineralstoffen versorgt kann das zu einer schlechteren Mineralisierung des Zahnschmelzes oder höhere Anfälligkeit für Zahnprobleme führen.

Wichtige Vitamine und Nährstoffe für Zähne und Mund

Kalzium ist der Grundbaustein für Zahnschmelz und Knochen

Kalzium trägt zur Härte des Zahnschmelzes bei und unterstützt die Stabilität des Kiefers. Kalzium findest du in Milchprodukten wie Joghurt und Käse, z.B. Parmesan, grünem Gemüse wie Brokkoli, Grünkohl und Pak Choi, in Nüssen wie Mandeln oder Sesam (Tahini). Wenn du auf eine kalziumreiche Ernährung achten möchtest, kannst du dies durch kalziumreiches Mineralwasser oder angereicherte pflanzliche Drinks unterstützen.

Beikost-Tipp: Da Kalzium beim Kochen des Gemüses ins Wasser übertragen wird, sollte das Gemüse schonend gegart bzw. gedämpft werden. Hier findest du mehr darüber, wie du Vitamine und Nährstoffe bei der Beikostzubereitung erhältst.

Phosphat unterstützt die Mineralisierung von Zahnschmelz und Knochen

Für einen starken Zahnschmelz, starke Zahnwurzeln und starke Kieferknochen benötigt der Körper neben Kalzium auch Phosphat. Das kommt in proteinreichen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Milchprodukten, Vollkorngetreide, Haferflocken, Hülsenfrüchten, Nüssen oder Samen vor.

Fluorid – Mineralisches Helferlein für den Zahnschmelz

Fluorid ist kein Nährstoff im klassischen Sinne, aber ein wichtiger Faktor zur Vorbeugung von Karies, da es den Zahnschmelz widerstandsfähiger gegen Säureangriffe macht. Es kommt in Zahnpasta, bestimmten Mineralwassern, und fluoridierten Produkten, wie Salz, vor und wird von Experten empfohlen.

Vitamin D unterstützt die Aufnahme von Kalzium

Um das wichtige Kalzium aus dem Darm aufzunehmen und es in Knochen und Zähne einzubauen benötigt der Körper Vitamin D. Studien zeigen zudem, dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel mit höherem Kariesrisiko bei Kindern verbunden sein kann. Vitamin D entsteht durch Sonnenexposition und ist zusätzlich in fettem Fisch, z.B. Makrele oder Lachs, Eigelb oder Pilzen (Champignons oder Shiitake). In den meisten Fällen (und unter Absprache mit den Kinderarzt:tinnen) ist es ratsam Vitamin D zu supplimentieren um das Immunsystem und eben auch die Zahngesundheit der Kinder zu unterstützten.

Vitamin A (bzw. Beta-Carotin) unterstützt die Mundschleimhaut

Neben Zähnen und Kiefer ist die Mundschleimhaut und der Speichel entscheidend für die Mungesundheit. Vitamin A unterstützt Bildung und Gesundheit der Mundschleimhaut sowie die Speichelproduktion, was zur Plaquereduktion beiträgt. Vitamin A kommt in Karotten, Süßkartoffeln, Kürbis, Mangos und Aprikosen vor. Durch Garen (z.B. Dünsten) erhöhst du die Verfügbarkeit von Beta-Carotin. Zudem ist es fettlöslich, daher immer mit etwas pflanzlichem Öl kombinieren.

Vitamin E und B-Komplexe unterstützten die Immunabwehr und Gewebeheilung

Um die Mundgesundheit aufrecht zu erhalten ist eine gesunde Immunabwehr und Gewebeheilung wichtig. Dafür benötigt der Körper Vitamin E, das vor allem in pflanzlichen Fetten wie Sonnenblumen-, Raps- und Weizenkeimöl oder Nüssen, Samen und Avocado vorkommt. Neben Vitamin E benötigt er Vitamin B-Komplex (z.B. B2, B6, B12 und Folsäure). Das findest du vor allem in Vollkornprodukten, Hafer, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen. Vitamin B12 kommt in Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten vor. Bei pflanzlicher Ernährung sollte Vitamin B12 supplimentiert werden (und unter Absprache mit den Kinderarzt:tinnen).

Vitamin K – wichtig für Zähne und Knochen

Vitamin K ist vielen aus der Vitamin-K-Prophylaxe im Säuglingsalter bekannt. Neben seiner Rolle bei der Blutgerinnung unterstützt es auch die Einlagerung von Kalzium in Knochen und Zähne. Vitamin K findet sich vor allem in grünem Blattgemüse wie Brokkoli, Spinat und Grünkohl, aber auch in fermentierten Lebensmitteln wie Sauerkraut sowie in Milchprodukten.

Magnesium – Unterstützung für Zahnschmelz und Mineralstoffhaushalt

Magnesium ist ein essenzielles Mineral, das an der Bildung von Knochen und Zähnen beteiligt ist. Es unterstützt die Kalziumaufnahme, trägt zur Bildung eines stabilen Zahnschmelzes bei und hilft, den Kalzium- und Phosphathaushalt im Gleichgewicht zu halten. Magnesiumreiche Lebensmittel sind Nüsse (z. B. Mandeln, Cashews), Samen wie Kürbis- und Sonnenblumenkerne, grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Bananen.

Vitamin C ist essenziell für gesundes Bindegewebe und damit Zahnfleisch

Ein Vitamin C Mangel kann zu weicherem Zahnfleisch und Entzündungsanfälligkeit beitragen. Vitamin C kommt vor allem in frischen pflanzlichen Produkten, wie Paprika, Brokkoli, Zitrusfrüchten oder Beeren vor. Es ist sehr hitze- und lichtempfindlich. Daher das Gemüse am besten immer frisch schneiden und roh oder nur kurz gegart verzehren.

Praktische Ernährungstipps für Eltern für gesunde Kinderzähne

  • Kalziumreiche Lebensmittel wählen (z. B. Milch, Käse, Joghurt)
  • Vitamin-D-reiche Kost und Sonne nutzen
  • Zucker- und säurehaltige Snacks reduzieren, besonders zwischen den Mahlzeiten
  • Nach dem Essen den Mund mit Wasser spülen (auch schon im Beikostalter)
  • Fluoridhaltige Zahnpasta altersgerecht verwenden
  • Zahnpflege früh beginnen: ab dem ersten Zahn mit weicher Bürste
  • Regelmäßige zahnärztliche Vorsorge wahrnehmen

Die Zahngesundheit von Babys und Kindern hängt nicht nur von guter Mundhygiene ab, sondern auch von einer ausreichenden Versorgung mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen. Eine ausgewogene Ernährung, kombiniert mit fluoridhaltiger Zahnpflege und professioneller Vorsorge, schafft eine starke Basis für lebenslange Zahngesundheit.

Häufige Eltern-Fragen

Wann sollte ich mit dem Zähneputzen beginnen?
Bereits ab dem ersten Zahn sollte täglich geputzt werden, um Zahnbelag zu reduzieren und Karies vorzubeugen.

Sind Vitaminpräparate für die Zahngesundheit sinnvoll?
In der Regel deckt eine ausgewogene Ernährung den Bedarf; bei Mangel oder eingeschränkter Ernährung kann in Absprache mit Kinderarzt/-zahnarzt eine Ergänzung erwogen werden.

Wie wichtig ist Fluorid für Kinderzähne?
Fluorid wird als wirksam für die Stärkung des Zahnschmelzes und Kariesprävention angesehen und ist ein Standardbestandteil der zahnärztlichen Empfehlungen.

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Quellen:

Haftungsausschluss

Der Zweck dieses Artikels besteht lediglich darin, zu informieren und zu inspirieren, nicht aber, medizinische oder ernährungswissenschaftliche Ratschläge zu erteilen. Für den Fall, dass du Bedenken oder Fragen hast, empfiehlt Pumpkin Organics, eine:n medizinische:n Ansprechpartner:in aufzusuchen und sich beraten zu lassen.

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