Beikost mit Vertrauen: Wie Kinder essen lernen

Beikost mit Vertrauen: Wie Kinder essen lernen

Beikost ist mehr als nur Nahrungszufuhr. Es geht dabei auch um den Aufbau von Beziehungen und Vertrauen.

Ingrid Pfaffinger von @ingrid.pfaffinger erklärt beim Kids Ernährungs Summit, wie Eltern durch achtsame Begleitung und kindgerechte Strukturen den Grundstein für eine gesunde Einstellung zum Essen legen.

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Hallo, ich bin Ingrid. Ich bin Diätologin und Expertin für bedürfnisorientierte Ernährung. Und ich freu mich sehr, dass ich beim Pumpkin Organics Kids Ernährungs Summit zu diesem tollen Thema Beikost mit dabei sein darf.
Und in diesem Video stellen wir uns die Frage: Wann ist denn der richtige Zeitpunkt, um mit der Beikost zu beginnen? Wie gehe ich das jetzt an? Und ich verstehe sehr, sehr gut, dass da sehr viele Fragen da sind.
Wann beginne ich? Womit beginne ich? Was ist, wenn ich etwas falsch mache? Kann ich überhaupt etwas falsch machen?

Ich kann es so gut nachvollziehen, weil es mir genauso gegangen ist bei meinem ersten Kind und bei der ersten Beikostreise. Und ich möchte jetzt aber gerne diese ganzen Fragen und Verunsicherungen ein Stück weit zur Seite schieben und eine andere Leitfrage in den Raum stellen. Und zwar: Wie kann ich mein Kind dabei begleiten, selbstbestimmt und mit Freude essen zu lernen?

Denn das ist das, an dem wir uns orientieren dürfen, sodass wirklich auch die Beikostreise und der Beikoststart gut gelingen kann und einfach auch gut abgestimmt auf euer Kind.
Und so wie es für euch als Familie passt, einfach gelingen kann. Denn Essen ist so viel mehr als Nährstoffe und Energie. Es ist ein Erlebnis. Es ist eine komplett neue Erfahrung und es gibt nicht diesen einen richtigen Weg und schon gar nicht diesen einen richtigen Zeitpunkt.

Der Zeitpunkt ist dann richtig, wenn euer Baby bereit ist und wenn ihr bereit seid, denn Beikost betrifft nicht nur das Baby, sondern die ganze Familie. Deshalb wählt auch Zeiten, an denen ihr euch tendenziell am besten ausgeruht fühlt, um einfach auch bei den Mahlzeiten feinfühlig begleiten zu können und auch gut auf euer Kind eingehen zu können und auch Geduld aufbringen zu können. Denn ein Baby darf das Essen erleben – mit all seinen Sinnen:
anfassen, skeptisch sein, ausprobieren – da gehört so viel mehr dazu.

Aber wann ist denn jetzt der Zeitpunkt, wo ihr sozusagen das erste Mal diese Beikost anbieten könnt?
Da passiert beim Baby in der Entwicklung sehr, sehr viel in den ersten Lebensmonaten, so in den ersten sechs Lebensmonaten und so rund um den sechsten Lebensmonat – so als ganz vage Zeitangabe. Wir richten uns nicht nach einem Datum und nicht nach einem Alter, sondern nach sogenannten Reifezeichen. Und die sind da, um so einen Zeitpunkt rund um den sechsten Lebensmonat möglicherweise schon erkennbar zu machen. Da schaut ihr gut auf euer Baby, und zwar: Es soll sitzen können – mit Unterstützung von euch oder einfach in einem passenden Hochstuhl für die Zeit des Essens. Da soll es einfach eine gute Rumpfstabilität und eine gute Kopfkontrolle haben, weil es sehr, sehr wichtig ist, um gut mit euch kommunizieren zu können, um auch einfach gut essen zu können – braucht es diese Stabilität.

Das zweite Reifezeichen ist die Augen-Hand-Mund-Koordination. Und das bedeutet, wenn euer Baby etwas sieht, kann es gezielt danach greifen und zum Mund führen. Und ihr seht schon, diese Bewegung ist einfach ganz, ganz wichtig – dann für den Zeitpunkt des Essenlernens. Und der Punkt 3 ist, dass sich der Zungenstoßreflex, der euer Baby bisher geschützt hat, Fremdkörper aufzunehmen und zu verschlucken – weil die automatisch durch diesen Reflex wieder nach außen befördert werden – dass sich dieser Zungenstoßreflex zurückbildet und überhaupt die Möglichkeit besteht, feste Nahrung aufnehmen zu können.

Und diese drei Reifezeichen dürft ihr bei eurem Baby erkennen. Und wenn die da sind und ihr euch dann wohlfühlt, dann beginnt ihr mit der Beikost. Und dabei ist es gar nicht so relevant, für welchen Weg ihr euch entscheidet – ob Brei, Fingerfood, BLW. Wichtig ist, dass Raum für Selbstbestimmung in der Beikostzeit da ist – von Anfang an, egal ob es beim Füttern mit dem Löffel ist oder wirklich beim Fingerfood von Anfang an. Euer Baby muss mitbestimmen können und dürfen. Und ihr dürft immer ganz feinfühlig darauf eingehen, was euer Baby gerade braucht, denn Beikost ist Beziehungsarbeit.

Und Kinder lernen eben essen nicht durch Druck oder durch einen fliegenden Löffel, sondern sie lernen es dann, wenn sie mitentscheiden dürfen, wenn sie neugierig sein dürfen, wenn sie erleben: Wow, das ist was Tolles, was Schönes, das macht Spaß, das tut mir gut – ganz in meinem Tempo. Es geht beim Essenlernen nicht um irgendein Ziel, sondern es geht wirklich um diesen gemeinsamen Weg und um den Prozess.

Danke, dass du dir Zeit genommen hast, dieses Video anzuschauen. Und ich wünsch dir noch ganz viele spannende Impulse beim Pumpkin Organics Kids Ernährungs Summit und vor allem aber auch eine ganz spannende und schöne Beikostzeit – gemeinsam mit deinem Kind in der Familie.

Wie Kinder essen lernen

Essen ist mehr als Nährstoffaufnahme. Und vor allem für Beikoststarter ist es eine ganz neue Welt: Bisher wurde nur Milch getrunken, ab jetzt kommen neue Texturen und Geschmäcker dazu. Manches muss erst im Mund zerdrückt werden, manches lässt sich einfach so schlucken. Denk daran: Dein Baby hat vorher noch nie etwas gegessen! Eine aufregende Zeit.

Ab wann dein Baby essen lernen kann

Jedes Baby entwickelt unterschiedliche Fähigkeiten zu unterschiedlichen Zeitpunkten, daher sollte man sich nicht nach dem Alter richten, sondern nach den Beikostreifezeichen. Mehr dazu findest du in unserem Guide rund um die Beikostreifezeichen.

Babys lernen Essen von ihrer Familie

Dein Baby sollte an den Familienmahlzeiten Teil nehmen. Denn Babys lernen durch zusehen. Lass dein Baby nicht alleine Essen. (schon allein wegen Verschluckungsgefahr). Denn Beikost ist Beziehungsarbeit, d.h. dein Kind muss dabei begleitet werden.

Essenlernen muss Spaß machen

... und ist meist eine rießen Kleckerei. Und das ist vollkommen okey. Nimm den Druck raus. Hab Geduld. Mach Pausen, wenn etwas nicht funktioniert. Dein Baby macht das alles gerade zum ersten Mal.

Tipp: Wenn dein Baby müde oder schon zu unruhig oder hungrig ist, dann biete die gewohnte Milchnahrung an. Aber nutze auch neugierige Phase.

Es ist wichtig die Neugier zu fördert, also lass dein Kind auch mit dem Essen spielen und hol den Waschlappen erst, wenn ihr die Essens-Einheit beendet.

Babys wissen wann sie satt sind

Kinder haben von Geburt an ein feines Gespür für Hunger und Sättigung. Indem Eltern dieses Signal respektieren und nicht drängen, lernen Kinder, auf ihren Körper zu hören. So entwickelt sich ein gesundes Essverhalten, das ein Leben lang hält.
Druck und Zwang können zu Essproblemen und negativen Erfahrungen führen!
Essen lernen ist ein Prozess, der Zeit braucht. Babys entdecken erst Geschmack, Konsistenz und Selbstständigkeit. Die ersten Löffel sind oft mehr zum Probieren und Erkunden als zum tatsächlichen Sattwerden. Eltern sollten diesen Prozess mit Geduld begleiten und ihrem Kind Raum geben, sich mit der neuen Nahrung vertraut zu machen.

Haftungsausschluss

Der Zweck dieses Artikels besteht lediglich darin, zu informieren und zu inspirieren, nicht aber, medizinische oder ernährungswissenschaftliche Ratschläge zu erteilen. Für den Fall, dass du Bedenken oder Fragen hast, empfiehlt Pumpkin Organics, eine:n medizinische:n Ansprechpartner:in aufzusuchen und sich beraten zu lassen.

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