Trinken lernen in der Beikostzeit

Trinken lernen in der Beikostzeit

Wenn Babys mit der Beikost starten, gehört auch das Trinken dazu. Doch was ist dabei wichtig?

Kinderzahnärztin Michaela Baake von @kinder.zaehne erklärt beim Kids Ernährungs Summit, wie Babys das Trinken Schritt für Schritt lernen, welche Gefäße sich am besten eignen und wie Eltern ihre Kinder in dieser Phase optimal begleiten können. Außerdem gibt sie wertvolle Tipps, worauf man bei der Auswahl der ersten Getränke achten sollte.

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Mein Name ist Michaela Baake. Ich bin Kinderzahnärztin und selbst auch Mama von drei Kindern und ich freue mich sehr, dass ich auch dieses Jahr wieder mit dabei bin beim Kids Ernährungs Summit von Pumpkin Organics. Heute soll es um das Thema gehen „Trinken lernen in der Beikostzeit“, denn was euer Kind trinkt und vor allem wie es auch trinkt, ist super wichtig und entscheidend für die Zahngesundheit eures Kindes.

Sobald ihr mit der Beikost beginnt, könnt ihr eurem Kind auch Trinken anbieten. Zusätzlich Trinken, gebt zusätzlich zur Muttermilch oder eben zur Formula Nahrung. Hier ist es ganz wichtig, dass es sich dabei tatsächlich um Wasser handelt. Am besten stilles Wasser. Ihr müsst kein spezielles Babywasser dazu benutzen. Ihr müsst das Wasser auch nicht speziell dafür abkochen. Wichtig ist nur einfach, dass es wirklich nicht gesüßt ist, keine unnötigen Aromastoffe enthält oder dass ihr vielleicht auch zu irgendwelchen Saftschorlen greift. Denn hier verstecken sich überall Zuckerquellen. Sei es jetzt Fruchtzucker oder auch zugesetzter Zucker. Und das solltet ihr möglichst vermeiden. Ihr wisst, jeder zusätzliche Zucker – egal ob zugesetzt oder aber auch Fruchtzucker, und das ist ganz wichtig – kann Karies verursachen und das Kariesrisiko erhöhen. Und gerade durch das Trinken wird eine enorm hohe Zuckermenge durch das Kind aufgenommen. Also seid hier wirklich super vorsichtig und probiert es erst gar nicht mit irgendwelchen Schorlen oder mit irgendwelchen Fruchtsäften, sondern gebt eurem Kind Wasser.

Aber nicht nur das Getränk spielt eine große Rolle und hat Einfluss auf die Mund-, Kiefer- und Gesichtsentwicklung, sondern auch tatsächlich das Trinkgefäß. Und hier ist es ganz wichtig, dass ihr ab Beikostbeginn ganz langsam Stück für Stück auf den offenen Becher umsteigt. Ihr braucht keine Trinklernbecher, keine Schnabelbecher. Das ist alles nicht nötig und hindert eher euer Kind daran, wirklich normal und physiologisch zu trinken. Durch das Trinken aus dem offenen Becher vermeidet ihr zum einen das ständige und permanente Nuckeln an der Saugerflasche. Und vor allem trainiert ihr auch die Sprachentwicklung und habt Einfluss auf die Mund-, Kiefer- und Gesichtsmuskulatur.

Um diese Muskulatur vielleicht auf das Trinken vorzubereiten, könnt ihr ganz spielerisch kleine Mundmotorikübungen in den Alltag einbauen. Bei Kleinkindern bieten sich zum Beispiel Handküsse an oder auch Pustübungen wie zum Beispiel Seifenblasen pusten oder auch einfach Blubberblasen pusten in der Badewanne oder zum Beispiel durch einen Strohhalm trinken oder auch Luft durchpusten durch einen Strohhalm. Auch Kerze auspusten, dann für größere Kinder oder Spaghetti einsaugen – all das sind wirklich tolle Übungen, die man in den Alltag integrieren kann und auf spielerische Art und Weise eben die Muskulatur trainieren kann.

Anfangs müsst ihr noch gar nicht den großen offenen Becher eurem Kind in die Hände drücken. Das wird das Kind wahrscheinlich auch noch gar nicht motorisch irgendwie halten können. Hier macht es vielleicht Sinn, mit kleinen Espressotassen zu starten oder aber auch vielleicht aus kleinen Deckeln trinken zu lassen. Für unterwegs nehmt ihr einfach eine ganz normale Flasche mit, mit einem Deckel, und könnt eurem Kind in diesem anbieten.

Manchmal macht es auch Sinn, dass man sogenannte 360-Grad-Becher verwendet. Vermeidet am besten Becher, die diese Membran enthalten. Die kennt ihr mit Sicherheit. Kinder neigen dazu, dann aus dieser Membran zu saugen. Wenn ihr euch das mal ganz genau anschaut – auch da kommt die Zunge viel zu weit vorne zum Liegen und das entspricht nicht dem normalen Trinkmuster. Außerdem ist der Geschmack durch diese Silikonmembran auch, ja, gewöhnungsbedürftig. Nutzt hier also wirklich 360-Grad-Becher. Das sind Becher, die ihr wirklich selbst als Eltern auf- und zudrehen könnt und da auch den Trinkfluss mit beeinflussen könnt. Das ist ganz praktisch, gerade am Anfang, weil die Kinder eben noch nicht die großen Trinkmengen tatsächlich auch schlucken können. Und nach und nach könnt ihr das dann regulieren. Einziger Nachteil bei diesen Bechern: Sie sind leider nicht auslaufsicher.

Und ganz wichtig: Vergesst bitte die Zahnpflege nicht. Putzt mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta, sobald der Zahn durchgebrochen ist. Ganz wichtig: Achtet darauf, dass ihr nicht zusätzliches Fluorid durch die Fluoridtablette gebt. Putzt am besten morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Zubettgehen und vereinbart auch gerne schon den ersten Termin in der zahnärztlichen Praxis.

Ich fasse noch mal ganz kurz zusammen: Trinken lernen heißt Wasser, nicht Saft. Offener Becher statt Dauernuckeln. Und Zahnpflege mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta, sobald der erste Zahn durchgebrochen ist. Zähneputzen nicht vergessen.

Und ich freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal auch wieder mit dabei seid beim Kids Ernährungs Summit von Pumpkin Organics.

Trinken lernen während der Beikostzeit

Die Beikostzeit ist nicht nur der Start in eine vielfältige Ernährung, sondern auch ein wichtiger Entwicklungsschritt in Sachen Zahngesundheit und Trinkverhalten. Eltern stehen nun vor neuen Fragen: Wann sollte mein Baby trinken lernen? Wie schütze ich die ersten Zähne? Und welche Getränke sind wirklich zahngesund?

Trinken lernen beim Beikoststart

Der Übergang von Muttermilch oder Pre-Nahrung zu Wasser erfolgt schrittweise. Meist beginnt er mit dem Beikoststart um den 6. Lebensmonat wenn das Baby die erforderlichen Beikostreifezeichen zeigt.
Wasser ist die beste Wahl: Stilles Wasser, ungesüßte Kräutertees wie Fenchen oder Kamille sind für Babys ab dem Beikoststart geeignet. Säfte oder andere süße oder säurehaltige Getränke sind ungeeignet.
Kleine Mengen: Babys, die noch Muttermilch oder Pre-Nahrung erhalten, decken darüber ihren Flüssigkeitsbedarf. In der Schrittweisen Einführung von Wasser geht es vor allem darum, das Kind an den Geschmack zu gewöhnen und das Trinken zu erlernen.
Becher statt Flasche: Ideal sind offene Trinkgefäße oder sogenannte Lernbecher wie Magic Cups oder Schnabeltassen. Das fördert Koordination, Mundmotorik und beugt Karies vor. Vermeide Dauernuckeln, das ist schlecht für Kiefer und Zähne.
Trinkumgebung gestalten: Am Tisch, gemeinsam mit der Familie, so lernen Babys am Modell. Idealerweise wird das Getränk zu den Mahlzeiten angeboten.
Geduld und spielerisches Herantasten: Erste Versuche dürfen kleckern, wichtig ist die Regelmäßigkeit. Hab Geduld mit deinem Kind und dir selbst!

Mit Wasser nach der Beikost-Mahlzeit die Zähne schützen

Mit dem ersten Zahn beginnt der Zahnschutz. Zucker- und säurehaltige Kost schadet auch schon dem ersten Zahn. Fruchtpürees, Kekse oder Saft sollten vermieden werden.
Wasser schützt die Zähne und hilft beim „Spülen“ nach dem Essen. Morgens und Abends kannst du mit einem Wattestäbchen, Fingerlingen oder weichen Zahnbürsten den Mundraum und die Zähnchen reinigen und dein Kind an das Zähneputzen gewöhnen.

Häufige Fragen von Eltern

Wann putzen wir die ersten Zähne richtig?
Ab dem ersten Zahn, mit fluoridhaltiger Kinderzahnpasta und weicher Bürste.

Was tun, wenn mein Baby nach dem Essen nicht mehr trinken mag?
Zähne mit feuchtem Tuch oder Trinkwasser reinigen, Alternativen spielerisch anbieten.
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Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ)
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Initiative „Gesund ins Leben“: Empfehlungen zur Säuglings- und Kleinkindernährung
Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK)
Stiftung Kindergesundheit: Zahngesunde Ernährung & Zahnpflege ab dem 1. Zahn

Haftungsausschluss

Der Zweck dieses Artikels besteht lediglich darin, zu informieren und zu inspirieren, nicht aber, medizinische oder ernährungswissenschaftliche Ratschläge zu erteilen. Für den Fall, dass du Bedenken oder Fragen hast, empfiehlt Pumpkin Organics, eine:n medizinische:n Ansprechpartner:in aufzusuchen und sich beraten zu lassen.

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