Ärzte und Hebammen sind sich einig, dass das, was Babys essen, ihre späteren Essgewohnheiten maßgeblich prägt. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass die ersten 1.000 Tage eines Babys einen enormen Einfluss auf die Entwicklung und die zukünftigen Ernährungsgewohnheiten des Babys haben.

 

„Metabolische Prägung“ nennt sich dieses Phänomen. Bis zum 3. Geburtstag durchlebt ein Baby rasante Entwicklungsschritte. Es wächst so schnell wie zu keinem anderen Zeitpunkt und lernt täglich etwas Neues. Daher ist es naheliegend genau in dieser Zeit dem Baby eine gesunde Ernährungsweise beizubringen, die für mehr Gemüse und wenig Zucker steht. Eine gesunde Ernährung, mit viel Gemüse, hilft Ihrem Kind eine Vorliebe hierfür zu entwickeln. Somit legt man eine wichtige Grundlage für Essensvorlieben im Erwachsenenalter. Denn guter Geschmack kommt nicht von selbst, er ist erlernbar.
Ernährung erste 1000 Tage

Entwicklung des Gehirns deines Babys

80% des Gehirns deines Babys bilden sich in den ersten 1.000 Tagen. Und 65% der Nährstoffe, die es in dieser Zeit zu sich nimmt, werden direkt für die Entwicklung des Gehirns benötigt. Das Gehirn sammelt unermüdlich Eindrücke und Erlebnisse. Umso wichtiger ist daher eine gesunde Ernährung für die optimale Entwicklung des Gehirns. Avocado, Linsen, Spinat, Apfel und Hafer tragen zu einer gesunden Entwicklung des Gehirns bei.

 

Liebe zu gesundem Essen

Studien haben gezeigt, dass ein Kind eine lebenslange Liebe zu Gemüse, Obst, Kräutern und Gewürzen entwickelt, je früher es mit dieser Ernährungsweise vertraut gemacht wird. Mit gesunden Nahrungsmitteln entwickeln Kinder eine höhere Lernfähigkeit, mehr Engagement und Kreativität … was im Allgemeinen zu einem glücklicheren und gesünderen Leben führt.

 

Einfluss auf eine lebenslang gesunde Ernährungsweise

Was dein Kind früh im Leben isst, beeinflusst seine späteren Ernährungsgewohnheiten. Die Ernährung in den ersten 1.000 Tagen kann das, was ihm im späteren Leben schmeckt, stark beeinflussen. Eine Ernährung mit einem hohen Anteil an Gemüse kann zu einer lebenslangen, zuckerarmen Ernährung führen.

 

Metabolische Prägung                 

Dies ist die Grundlage für die Gesundheit deines Kindes. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass die ersten 1.000 Tage ausschlaggebend für die allgemeine Gesundheit im späteren Erwachsenenalter sind. Die Anfälligkeit für Fettleibigkeit und andere Krankheiten wird während dieser Zeit maßgeblich beeinflusst.

 

Auswirkung der Ernährung auf den Organismus innerhalb der ersten 1.000 Tage

Verdauung

Schon bei der Geburt wird der, bis dato keimfreie Magen-Darm-Trakt von Bakterien besiedelt, woraufhin sich die Darmflora, das Mikrobiom, in kürzester Zeit entwickelt. Mit knapp drei Jahren ist dieses Mikrobiom schließlich ausgereift. Die richtige Ernährung kann ihm dabei helfen, sich zu entwickeln, was die Verdauung fördern und das Risiko für Magen-Darm-Erkrankungen im späteren Leben verringern kann.
Babys und Kleinkinder konsumieren weniger Gemüse, als von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung DGE empfohlen. Obwohl dunkelgrünes Gemüse reich an Vitaminen, Folsäure, Eisen und Kalzium ist, wird es selten von Babys und Kleinkindern gegessen, wie ein aktueller Bericht zeigt. Grünes Gemüse ist zusammen mit Früchten und Vollkorn jedoch die besten Quellen für Ballaststoffe. Daher sollte in den ersten 1.000 Tagen die empfohlene Aufnahme an Ballaststoffen erfüllt werden. Der Mangel an Ballaststoffen, insbesondere während der ersten 1.000 Tage, ist oft mit Verdauungsproblemen und einem höheren Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden.

 

Augen

Während dein Baby in den ersten Wochen nach der Geburt noch unscharf und schwarz-weiß sieht, entwickelt es nach und nach eine verbesserte Tiefen- und Farbwahrnehmung. Bald werden die Augen deines Babys in der Lage sein, für eine dreidimensionale Sicht synchron zu arbeiten. Besonders die langkettigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die Omega-3-Fettsäure (DHA) und die Omega-6-Fettsäure (ARA), sind für die visuelle Entwicklung des Auges und dem damit verbundenen, neuronalen Gewebe unerlässlich. Während der rasanten Entwicklung in den ersten 1.000 Tagen besitzt das Gehirn möglicherweise nicht genug Speichermöglichkeiten für diese Fettsäuren, um eine optimale Reifung des visuellen Kortex, auch Sehrinde genannt, zu unterstützen. Avocados enthalten beispielsweise eine große Menge an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass eine Ernährung, die reich an diesen Fettsäuren ist, die Sehfunktion in frühen Jahren verbessern kann, einschließlich einer besseren Sehschärfe und Neuroentwicklung.

 

Muskeln

Der Skelettmuskel ist die am schnellsten wachsende Proteinmasse während der ersten 1.000 Tage. Er trägt zur Entwicklung lebenswichtiger motorischer Fähigkeiten bei … vom Krabbeln über Sitzen bis zum Stehen und Gehen. Wenn dein Kind sich gesund ernährt, wächst sein Muskel schnell. Die Ernährung deines Babys stimuliert die Synthese von Muskelproteinen, was zu einer ausgeprägten Entwicklung des Skelettmuskels führt. Gesunde Ernährungsgewohnheiten umfassen einen ausgewogenen Nährstoffverbrauch mit einer ausreichenden Proteinaufnahme zur Optimierung des Wachstums. Während Brokkoli beispielsweise einen für Gemüse hohen Proteinanteil mit sich bringt, enthält Quinoa neben Eiweiß viel Eisen, Magnesium und hochwertige mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

 

Knochen

Muttermilch und Folgemilch sind perfekte Nährstoffquellen für den Knochenaufbau, allerdings reichen diese nach sechs Monaten nicht mehr aus und die Milch muss mit anderen Nahrungsmitteln ergänzt werden. Die Wahl der richtigen Babykost trägt dazu bei, dass dein Baby das bekommt, was es braucht, um zu wachsen, sich zu entwickeln und zu lernen. Wenn sich dein Baby immer mehr für andere Lebensmittel interessiert, wird der Milchverbrauch sinken und die Aufnahme von anderen Nahrungsmitteln zunehmen.

 

Wichtige Nähstoffe in der Entwicklung der ersten 1.000 Tage 

Eisen

Eisen ist ein essenzieller Nährstoff, der den Sauerstofftransport im ganzen Körper unterstützt.  Auch wurde festgestellt, dass Kinder Eisen für ihre kognitive Entwicklung benötigen. Ein niedriger Eisengehalt kann es den Kindern erschweren, sich zu konzentrieren. Sie fühlen sich dann müde und schwach.

 

Zink

Wusstest Du, dass mehr als 70 Enzyme auf Zink angewiesen sind, um ihre Rolle bei der Verdauung und dem Stoffwechsel zu erfüllen? Zink ist entscheidend für die Gesundheit und Entwicklung. Das Problem ist, dass der Körper keine signifikante Menge an Zink speichert. Somit muss es regelmäßig durch die Ernährung zugeführt werden. Eine zinkreiche Ernährung kann dem Immunsystem deines Kindes helfen und es vor Infektionen schützen.  Außerdem ist es maßgeblich am Regenerationsprozess im Körper beteiligt, unterstützt das Wachstum deines Babys und die Entwicklung seines Gehirns und hilft seinem Körper, andere Nährstoffe leichter aus der Nahrung aufzunehmen.

 

Fett

Das Hinzufügen von guten Fetten ist für das Wachstum von Säuglingen unerlässlich und hilft bei der Zellreparatur, Gehirnentwicklung sowie beim Organ- und Knochenwachstum und sorgt für Energie. Wusstest du, dass dein Gehirn zu 70% Fett enthält? Gesunde Fette sind auch entscheidend für die Bildung der Hormone der Kleinen.

 

Ballaststoffe

Ballaststoffe sind ein wichtiger Bestandteil in der Ernährung eines Kleinkindes. Anders als ihr Name sagt, stellen sie jedoch keinen „Ballast“ dar, sondern sind eine wertvolle und natürlich Verdauungshilfe. Ärzte sind sich einig, dass die Einnahme von Ballaststoffen das Risiko von Fettleibigkeit, Herzerkrankungen und Krebs verringern kann.

 

Protein

Eiweiß ist ein unabdingbarer Baustein für den Körper. Es repariert Gewebe im menschlichen Körper, einschließlich Muskeln und Gewebe. Es umfasst Enzyme, die an chemischen Reaktionen im Körper beteiligt sind, ebenso wie das Hämoglobin, das für den Sauerstofftransport im Blut verantwortlich ist. Dies ist besonders in frühen Jahren wichtig. Auch sorgen Proteine für ein gesundes Wachstum, ein funktionierendes Immunsystem und die Balance der Hormone. Babys und Kleinkinder benötigen ein gewisses Maß an Proteinen, damit sie gut gewappnet sind für die herausfordernden Wachstums- und Entwicklungsphasen.

 

Folsäure

Folsäure, auch Folat oder Vitamin B9 genannt, ist ein Vitamin, dass an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt ist. Als wasserlösliches Vitamin spielt Folsäure eine wichtige Rolle für alle Wachstumsprozesse, die im menschlichen Körper ablaufen. Folsäure sorgt dafür, dass sich neue Zellen bilden und diese wachsen können. Außerdem wird das Vitamin für den Aminosäurestoffwechsel benötigt. Zu finden ist Folsäure in hoher Konzentration in grünem Gemüse wie etwa Spinat oder Kohl.