Warum Babys nicht alles essen dürfen
Babys haben in den ersten Lebensmonaten ein besonders empfindliches Verdauungs- und Immunsystem. Bestimmte Lebensmittel können zu schwerwiegenden Nebenwirkungen führen, etwa durch krankmachende Keime wie Clostridium botulinum in Honig oder durch hohe Nitratwerte in Gemüse wie Spinat. Auch eine zu hohe Belastung mit Salz oder Eiweiß kann den kleinen Körper überfordern. Deshalb ist es so wichtig zu wissen, welche Lebensmittel du im ersten Lebensjahr vermeiden solltest.
Diese Lebensmittel solltest du im ersten Jahr vermeiden
Honig ist für Babys im ersten Lebensjahr tabu, da er Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum enthalten kann. Diese können im Darm des Babys das gefährliche Nervengift Botulinumtoxin bilden, ein Risiko für Säuglingsbotulismus.
Rohe tierische Produkte wie rohes Ei, roher Fisch oder rohes Fleisch sollten ebenfalls nicht gegeben werden. Sie können Krankheitserreger wie Salmonellen oder Listerien enthalten, die für Babys besonders gefährlich sind.
Ganze Nüsse bergen eine große Erstickungsgefahr und sollten frühestens ab dem dritten Lebensjahr gegeben werden. Wenn du Nüsse schon im ersten Jahr einführen möchtest, geht das nur fein gemahlen oder als pures Nussmus (ohne Zucker und Salz). In unserem Blogartikel findest du noch mehr über Lebensmittel mit Verschluckungsgefahr.
Salz und Zucker solltest du im ersten Lebensjahr stark einschränken. Zu viel Salz belastet die unreifen Nieren deines Babys, während Zucker das Risiko für Karies und spätere Vorlieben für Süßes erhöht. Achte hierbei vor allem auch auf verarbeitete Lebensmittel, diese enthalten oft mehr Salz und Zucker als man denkt. Greife lieber zu Snacks ohne Zucker- und ohne Salzzusatz.
Gemüsesorten mit hohem Nitratgehalt, wie Spinat, Rote Bete oder Mangold, solltest du nur in Maßen und erst ab dem zweiten Lebenshalbjahr geben. Nitrat kann im Körper zu Nitrit umgewandelt werden, das kann die Sauerstoffversorgung im Blut beeinträchtigen (Methämoglobinämie oder „Blausucht“). Warum enthalten verarbeiteten Lebensmittel wie Gemüse-Quetschies für Babys dann trotzdem Spinat oder Rote Beete? Sie unterliegen strengen Grenzwerten für Nitrat (gemäß EU-Verordnung 125/2006) und durch kontrollierte Anbaumethoden und spezielle Verarbeitungsmethoden kann der Nitratgehalt gezielt gesenkt werden.
Kuhmilch als Getränk ist im ersten Lebensjahr nicht geeignet, da sie zu viel Eiweiß und zu wenig Eisen enthält. In kleinen Mengen, z. B. im Brei oder Joghurt, kann sie ab etwa dem 7.–8. Monat eingesetzt werden.
Häufige Irrtümer rund um „verbotene“ Lebensmittel
Viele Eltern fragen sich, ob bestimmte Lebensmittel wirklich ganz verboten sind oder ob es sichere Alternativen gibt:
Sind Gewürze erlaubt?
In kleinen Mengen ab etwa dem 10. Monat ja. Verwende milde Kräuter wie Basilikum oder Petersilie, Oregano, Thymian oder Kurkuma. Scharfe Gewürze wie Chili oder Pfeffer sind jedoch ungeeignet.
Sind Milchprodukte verboten?
Nein. Joghurt, Käse und etwas Milch im Brei sind erlaubt. Kuhmilch als alleiniges Getränk aber bitte erst ab dem 1. Geburtstag.
Wie viel Salz ist zu viel?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt maximal 0,4 Gramm Salz pro Tag im 1. Lebensjahr. Deshalb sollten Breie und Babynahrung möglichst salzfrei sein. Mehr dazu findest du in unserem Blogartikel über Salz in der Beikost.
Was ist mit pflanzlichen Milchalternativen wie Hafer- oder Mandelmilch?
Diese Drinks sind im ersten Lebensjahr nicht als Milchersatz geeignet, da sie wenig Protein und kaum Mikronährstoffe enthalten. Im Brei in kleinen Mengen – ungesüßt – sind sie aber okay.
Ab wann darf mein Baby Nüsse essen?
Gemahlene Nüsse oder Nussmus (z. B. Mandelmus) sind ab dem Beikoststart möglich, aber keine ganzen Nüsse oder stückige Nusssplitter vor dem dritten Geburtstag. Denn bei Nüssen droht Verschluckungsgefahr. Mehr dazu findest du in unserem Blogartikel von Dr. med. Ananlena Dehé.
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Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
Bundeszentrum für Ernährung (BZfE)
Robert Koch-Institut (RKI): Informationen zu Säuglingsbotulismus
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Nitrat in Säuglingsnahrung
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Ernährung im 1. Lebensjahr
Haftungsausschluss
Der Zweck dieses Artikels besteht lediglich darin, zu informieren und zu inspirieren, nicht aber, medizinische oder ernährungswissenschaftliche Ratschläge zu erteilen. Für den Fall, dass du Bedenken oder Fragen hast, empfiehlt Pumpkin Organics, eine:n medizinische:n Ansprechpartner:in aufzusuchen und sich beraten zu lassen.
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