Beikost und Verstopfung: Was deinem Baby jetzt wirklich hilft

Beikost und Verstopfung: Was deinem Baby jetzt wirklich hilft

Verdauungsprobleme und Verstopfung sind häufige Begleiterscheinungen bei der Umstellung auf Beikost.

Maike Campen von @hebammemaikecampen erklärt beim Kids Ernährungs Summit, was Verstopfung bei Babys auslöst, wie man sie frühzeitig erkennt und sanft Abhilfe schafft.

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Hi, ich bin Maike, Hebamme und Zwillingsmama aus Köln. Und bin ganz aufgeregt, dass ich heute hier dabei sein darf und euch ein bisschen was erzählen darf. Auf dem Kids Ernährungs Summit für Kids von Pumpkin Organics.

Wir sprechen jetzt erst mal darüber, über so typische Dinge, die ihr als Eltern erwarten könnt, wenn wir vom Säugling Richtung Breizeit gehen. Natürlich müssen wir da so ein paar Steps noch mal zurückgucken und die häufigsten Probleme, sag ich mal in Anführungsstrichen, da werdet ihr heute noch sehen, dass das gar nicht so riesengroße sind. Aber natürlich machen wir uns große Sorgen, weil wir wollen, dass es unserem Kind gut geht.

Die größten Probleme macht häufig erst mal der Darm und das, was damit zusammenhängt. Ihr erinnert euch vielleicht noch an die Zeit, als euer Baby gerade geboren war. Da hatte es selbst mit Muttermilch oder vielleicht auch mit Formula-Nahrung so viel zu tun. Und auch das hat schon Bauchweh gemacht, obwohl das das Powerfood – Muttermilch, das Powerfood schlechthin – ist und genau auf euer Baby abgestimmt. Selbst da hat der Darm ein bisschen Zeit gebraucht, um sich darauf anzupassen. Und das wird uns natürlich auch jetzt in der Beikostzeit bewusst, dass der vielleicht eine kleine Schwachstelle hat. Was wir da machen können, besprechen wir jetzt ganz entspannt. Und mir ist einfach wichtig, dass ihr für euer Baby entscheidet. Wann muss vielleicht doch eine Pause her, wann ist es einfach ganz viel – zu viel – für mein Kind? Und dass ihr aber auch euch mit Sicherheit dadurch wuseln könnt, wenn ihr denkt: Da muss ich jetzt Pause machen, was kann ich tun? Wie kann ich meinem Baby helfen? Genau. Was wir immer wieder haben, ist, dass Mamas meist nach zwei, drei Wochen oder Papas mich anrufen und sagen: Maike, wir haben super losgelegt mit Beikost und dann auf einmal – nach zwei, drei Wochen – kam die Blockade. Es hat nichts mehr geklappt oder auch der Darm blockiert und ist sehr verstopft. Da haben wir schon zwei Punkte, die wir jetzt in Ruhe besprechen können.

Es kann also sein, dass der Darm – das ist ja ein Säugetierchen-Darm – der ist einfach noch für Milch gemacht. Und das ist er ja eigentlich auch sehr, sehr lange Zeit. Deswegen nur noch mal zum Wiederholen, damit euch das ganz bewusst ist: Nur weil wir sagen, Beikost beginnen gerne zwischen fünf und sieben Monaten, bedeutet das aber nicht, dass ein Kind komplett seine Milch oder Muttermilch ersetzt hat. Also es geht darum: Am besten klappt es für den Darm, wenn wir Muttermilch umspült oder Milch umspült die Beikost ganz langsam anfangen können – ohne jetzt Druck zu machen. Aber eben: Der Darm ist ein sehr sensibles Organ, ein großes Immunorgan, und der kann uns eben auch zeigen: Hey, sorry, das ist jetzt alles ein bisschen viel.

Ich finde immer sehr beeindruckend, wie wenig Löffelchen zum Beispiel Möhre wir schon auch direkt im Stuhlgang sehen und was das bisschen Möhre dann auch schon doch an – vielleicht anderem – Stuhlgang macht. Also ein Punkt, der auf jeden Fall auf euch warten kann, ist natürlich Verstopfung oder eben auch Durchfall. In den häufigeren Fällen – ungefähr 8 von 10 Kindern, so im Durchschnitt – haben eher mit Verstopfung zu tun, die anderen auch mal mit Durchfällen. Aber solange es euren Kindern gut geht, sie Lust auf Beikost haben und sie euch keine Sorgen machen, keinen großen Trommelbauch und auch Winde abgehen – das ist wichtig, dass wir hören: Okay, so ein bisschen ist da los – muss man jetzt primär noch nicht sofort was machen.

Wir müssen eurem Kind natürlich ein bisschen helfen und schauen, dass wir auch von oben was verändern. Also, was können wir tun, wenn wir eine Verstopfung haben? Natürlich Massage, ein bisschen helfen – Babyyoga, ein Yogasitz oder Fahrradfahren. Dann kann man natürlich auch ein Kümmelzäpfchen, um einfach die Verdauung ein bisschen anzuregen. Ich würde euch abraten davon, wie wild mit einem Fieberthermometer bitte da im After rumzubrocken. Das kann große Verletzungen machen – das lassen wir lieber sein. Aber das könntet ihr machen. Und dann sind wir immer noch nicht in der Bedrängnis, dass wir irgendwelche Abführzäpfchen oder Abführklistiers brauchen. Also eine Verstopfung erst mal beobachten. Natürlich überlegen: Wenn euer Baby gerne weiter essen möchte, was kann ich vielleicht von oben helfen? Aber wir müssen immer wissen, dass die Verstopfung im Enddarm da ist und sich jetzt in der Regel – wenn wir nichts verändern – nicht plötzlich löst. Es sei denn, euer Baby kriegt das gut hin.

Also kein Grund zur Sorge. Eine zu erwartende Nebenwirkung ist auf jeden Fall die Verstopfung oder der Durchfall. Und beides, solange es einem Kind gut geht, erst mal beobachten. Und dann müssen wir jetzt nicht zwingend sofort zu irgendwelchen Abführmitteln greifen. Wenn ihr merkt, euer Kind quält sich sehr, es ist nur noch am Pressen, es spuckt vielleicht auch schon oder es dreht wirklich mehrfach den Kopf einfach nur noch zur Seite und hat tagelang wirklich kein Interesse – dann wäre vielleicht eine gute Zeit, um einen Moment Pause zu machen. Weil uns, es ist ja keiner hinter uns her. Wir müssen ja nicht morgen fertig sein mit Gemüse XY, mit der Einführung. Sondern: Lasst euch Zeit, lasst eurem Baby Zeit und macht das ganz, ganz in Ruhe. Genau. Dazu muss man sagen, dass oft auch – obwohl es, das habt ihr wahrscheinlich im einen oder anderen Vortrag auch schon gehört – viele Eltern haben früher wirklich standardmäßig mit Möhre den Start quasi angegangen. Aber das ist tatsächlich häufig das Gemüse, was am meisten Verstopfung macht. Und deswegen vielleicht nehmen wir einfach etwas anderes – zum Beispiel auch ein bisschen Avocado oder was ihr eben euch hier in den anderen Kursen so angeeignet habt. Also da bitte noch mal überlegen, ob Möhre wirklich das Wahre ist. Es darf auch super gerne Pastinake sein – das ist auch sehr, sehr lecker. Also da habt ihr auf jeden Fall ein paar Alternativen.

Trinken lernen in der Beikostzeit Du liest Beikost und Verstopfung: Was deinem Baby jetzt wirklich hilft 3 Minuten Weiter Beikost: So stellst du eine gute Nährstoffversorgung deines Babys sicher

Warum Verstopfung beim Beikoststart so häufig ist

Viele Babys reagieren sensibel auf die Umstellung von Milch auf feste Nahrung. Ihr Verdauungssystem ist noch unreif, und durch neue Lebensmittel verändert sich die Darmtätigkeit. Häufige Ursachen für Verstopfung sind eine zu schnelle Nahrungsumstellung, zu wenig Flüssigkeit, ballaststoffarme Kost (z. B. Karotte, Banane) und Bewegungsmangel.

Typische Signale: Woran erkenne ich Verstopfung bei meinem Baby?

  • Weniger als drei Stuhlentleerungen pro Woche

  • Harte, trockene Stuhlkugeln

  • Pressen oder Weinen beim Stuhlgang

  • Blähbauch, Bauchschmerzen

  • Appetitlosigkeit oder Unruhe

Was verursacht Verstopfung in der Beikostzeit?

  • Geringe Flüssigkeitszufuhr (z. B. bei warmem Wetter oder wenig Milchaufnahme)

  • Breie mit wenig Ballaststoffen (z. B. Reis, Kartoffel, Banane)

  • Zu rasche Einführung vieler neuer Lebensmittel

  • Wenig körperliche Aktivität (wenig Strampeln, Tragen, Sitzen)

Schonende Maßnahmen: Diese Lebensmittel unterstützen den Darm

Diese Lebensmittel wirken auf natürliche Weise stuhlregulierend und sanft abführend:

  • Zucchini, Kürbis, Fenchel – wasserreich, gut verdaulich

  • Birne, Pflaume, Aprikose – enthalten Sorbit, fördern die Verdauung

  • Haferflocken – liefern lösliche Ballaststoffe

  • Leinsamen (gemahlen, sparsam) – fördern die Darmbewegung

Zusätzlich solltest du Flüssigkeit gezielt ergänzen: Welche Getränke helfen jetzt?

  • Wasser: Ab dem 6. Monat in kleinen Mengen aus einem offenen Becher

  • Verdünnter Birnen- oder Pflaumensaft: (nach Rücksprache mit dem Kinderarzt, max. 50–100 ml pro Tag)

  • Muttermilch oder Pre-Nahrung: weiterhin die wichtigste Flüssigkeitsquelle im 1. Lebensjahr

Unterstützung durch Bewegung und Massage

  • „Fahrradfahren“ mit den Beinchen – regt die Darmbewegung an

  • Bauchmassagen im Uhrzeigersinn mit warmem Öl (z. B. Kümmelöl)

  • Tragetuch und Bauchlage unter Aufsicht – fördern Aktivität der Bauchmuskulatur

  • Warmes Bad – entspannt und kann die Verdauung anregen

Wann solltest du eine Pause bei der Beikost einlegen?

Wenn dein Baby mehrere Tage unter Verstopfung leidet, keinen Stuhl absetzen kann, starke Schmerzen hat oder du Blut im Stuhl bemerkst, solltest du ärztlichen Rat einholen. In solchen Fällen kann eine kurze Rückkehr zur Milch- oder Monokost helfen, den Darm zu entlasten.

Häufige Elternfragen (FAQs)

Ist Verstopfung bei Babys normal?
Ja, besonders in den ersten Wochen der Beikosteinführung. Der Körper muss sich erst an feste Nahrung gewöhnen.

Welche Lebensmittel sollte ich vermeiden?
Karottenbrei, Reis, Banane, Weißbrot und zu große Mengen an Kartoffeln können den Stuhl verhärten.

Wann sollte ich zum Kinderarzt gehen?
Wenn dein Baby über 48 Stunden keinen Stuhl hat, Schmerzen zeigt, erbricht, Fieber bekommt oder der Bauch sehr hart wirkt.

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Quellen:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) – Gesund ins Leben: www.gesund-ins-leben.de
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ): www.dgkj.de

Haftungsausschluss

Der Zweck dieses Artikels besteht lediglich darin, zu informieren und zu inspirieren, nicht aber, medizinische oder ernährungswissenschaftliche Ratschläge zu erteilen. Für den Fall, dass du Bedenken oder Fragen hast, empfiehlt Pumpkin Organics, eine:n medizinische:n Ansprechpartner:in aufzusuchen und sich beraten zu lassen.

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