Eisenversorgung in der Beikostzeit

Eisenversorgung in der Beikostzeit

Eisenmangel ist bei Babys keine Seltenheit, besonders in der Beikostzeit.

Sabine von @sabines.familyfood erklärt beim Kids Ernährungs Summit, welche Lebensmittel in der Beikostzeit besonders geeignet sind, um den Eisenbedarf deines Babys zu decken und wie du die Eisenaufnahme unterstützen kannst.

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Hallo und herzlich willkommen zu dem Vortrag "Eisen während der Beikostzeit”. Eisen ist ein kritischer Nährstoff, während der Beikostzeit und vor allem sehr, sehr wichtig. Warum? Weil es ein essentielles Spurenelement ist. Das heißt, wir müssen Eisen über die Nahrung aufnehmen. Der Körper kann es nicht selber bilden. Es ist beteiligt an ganz vielen Stoffwechselfunktionen und vor allem für den Transport von Sauerstoff ist es notwendig.
Deswegen gerade für Energie und Konzentration, also gerade für Babys und Kleinkinder, sehr, sehr relevant.

Babys haben von Geburt an einen eigenen Eisenspeicher, der wurde schon im Mutterleib angelegt und dieser ist aber unterschiedlich gefüllt. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, aber man kann sagen so Pi mal Daumen: Für die ersten sechs Lebensmonate kann sich eben das Baby von diesem Eisenspeicher bedienen. Danach muss man eben schauen, mit der Beikost, mit dem Beginn der Beikost, dass man eben Eisen über die Nahrung aufnehmen lässt.

Bei eisenreichen Lebensmitteln gibt es zwei Wege oder zwei Möglichkeiten. Und zwar gibt es tierische Lebensmittel und pflanzliche Lebensmittel. Ihr seht jetzt hier auf der Folie die tierischen Lebensmittel. Das ist das klassische Fleisch natürlich mit drauf, und auch Geflügel hat Eisen. Fisch hat tatsächlich auch ein bisschen Eisen, aber nicht wirklich relevant.

Das Coole ist: Bei pflanzlichen Lebensmitteln, man hat einfach ein ganz großes Angebot, ein ganzes Spektrum an Möglichkeiten, Eisen in den Alltag einzubauen. Deswegen finde ich pflanzliche Lebensmittel auch einfach viel toller als eben nicht pflanzliche Lebensmittel, also tierische Lebensmittel. Man kann daraus nämlich z. B. aus Getreide – man kann Hafer-Porridge machen, man kann Hirsebrei machen, man kann auch deftige Haferflocken-Taler beispielsweise machen – die haben nämlich alle beide sehr viel Eisen.

Bei Hülsenfrüchten sag ich auch immer gerne: Go for it. Ja, die haben tolle Ballaststoffe, die haben Proteine, ganz, ganz viele Spurenelemente.
Da kann man auch sich ganz kreativ ausleben bei der Rezepterstellung. Auch grünes Gemüse hat sehr viel Eisen wie Basilikum, Dill oder Petersilie. Natürlich isst man davon keine Unmengen, aber eben über den Teller, zum Beispiel vom Baby,
kann man erst mal dazugeben als Topping. Man hat direkt ein bisschen mehr Eisen mit auf dem Teller.

Bei Nüssen und Saaten – hier ein Disclaimer: Bitte keine ganzen Nüsse und keine ganzen Saaten dem Baby geben. Immer nur eben in gemahlener Form oder als Mus.
Hier kann man natürlich ganz klar sagen, es ist vielfältig einsetzbar. Nussmus kann man überall mit unterrühren. Man kann auch super lecker Soßen daraus machen, mit Käse, Hummus zum Beispiel oder mit Erdnussmus.
Man kann ganz tolle Backsachen machen, Kuchen backen, Muffins backen, Fingerfood machen für die Babys – mit dem Mandelmus zum Beispiel oder auch mit Pistazienmus. Genau. Also ihr habt da wirklich ganz viele Möglichkeiten. Ganz einfach, ganz viele verschiedene Möglichkeiten, eben dieses Eisen in den Speiseplan mit einzubinden.

Ihr könnt auch gucken, dass ihr die Eisenaufnahme optimiert, indem ihr zum Beispiel darauf achtet, vitamin-C-reiche Lebensmittel zum eisenreichen Lebensmittel mit anzubieten. Das heißt einfach zum Beispiel Paprika oder Tomate oder Kiwi oder eine Orange mit dazu anbieten zu dem eisenreichen Lebensmittel oder zur eisenreichen Mahlzeit. Guckt auch gerne mit drauf, ob ihr nicht große Milchmengen oder Milchprodukte allgemein zeitlich versetzt zur eisenreichen Mahlzeit,
weil eben große Mengen Milch die Eisenaufnahme bremsen. Auch Einweichen ist eine Möglichkeit, Eisenaufnahme zu optimieren. Das heißt, bei Hirse zum Beispiel kann man sie über Nacht einweichen lassen,
sodass man dann eben mehr Eisen im Darm verfügbar hat.

Was ist meine Key Message für euch?
Bitte denkt dran, dass Eisen wirklich eine zentrale Rolle spielt eben ab den sechs Lebensmonaten. Ihr kennt jetzt einige Eisenquellen und könnt eben daraus ein gutes, ausgewogenes und vor allem vielfältiges Angebot für eure Babys machen. Denkt auch gerne an die kleinen Tipps, die ich mitgegeben habe: Vitamin-C-Quelle mit anbieten, Milchprodukte vermeiden und eben auch – wenn man daran denkt und vor allem Zeit hat – auch einweichen lassen bei bestimmten Getreidesorten.

Führt neue Routinen ein: mal Dinkelvollkornmehl anstatt dem Weizenmehl, oder mal Reis ersetzen durch Hirse, oder Vollkornnudeln anstatt normale Nudeln nehmen. Und so hat man schon direkt ein bisschen mehr Eisen im Alltag integriert.

Und ganz wichtig: Verkopft euch nicht! Beikost soll Spaß machen – für euch und für das Baby. Deswegen wünsche ich euch weiterhin viel Spaß bei den ganz vielen anderen Beiträgen vom Pumpkin Organics Kids Ernährungs Summit – und bis demnächst.

Proteine in der Beikost Du liest Eisenversorgung in der Beikostzeit 2 Minuten Weiter Vitamine und Mineralstoffe in der Beikost

Eisenversorgung in der Beikostzeit

Warum Eisen in der Beikostzeit entscheidend ist

Babys haben im Alter zwischen 6 und 12 Monaten den höchsten Eisenbedarf ihres Lebens. Dieser Nährstoff ist essenziell für die Blutbildung, das Immunsystem und vor allem die geistige Entwicklung. Da die körpereigenen Eisenvorräte aus der Schwangerschaft etwa ab dem 6. Monat aufgebraucht sind, wird eine zusätzliche Eisenaufnahme über die Ernährung notwendig.

Tipps zur Eisenversorgung

  • Frühzeitig eisenreiche Lebensmittel einführen
  • Vitamin-C-reiche Zutaten kombinieren, um die Aufnahme zu verbessern
  • Milchprodukte separat anbieten, sie hemmen die Eisenresorption
  • Bei Bedarf ärztlich abgeklärt supplementieren
  • Eisenangereicherte Babybreie in den Speiseplan integrieren

Häufigkeit von Eisenmangel bei Babys

Eisenmangel zählt zu den häufigsten Nährstoffdefiziten weltweit. Auch in Deutschland zeigen bis zu 24 % der Babys im zweiten Lebenshalbjahr eine Unterversorgung. Besonders betroffen sind voll gestillte Kinder ohne zusätzlich eisenreiche Beikost.

Diese Lebensmittel liefern Eisen

Tierische Quellen (Hämeisen – besonders gut verfügbar)

  • Rindfleisch
  • Lammfleisch
  • Geflügel
Pflanzliche Quellen (Nicht-Hämeisen – mit Vitamin C kombinieren)
  • LinsenKichererbsen, Bohnen
  • Tofu
  • Vollkorngetreide (z. B. Hirse, Hafer)
  • Dunkelgrünes Gemüse wie Brokkoli
  • Eisenangereicherte Babybreie
Tipp: Vitamin-C-reiche Obst- oder Gemüsesorten (z. B. Apfel, Paprika, Birne) immer mit einbauen. Kuhmilch sollte nicht im selben Mahlzeitenkontext gegeben werden.

Defizite & Symptome erkennen

Mögliche Anzeichen für Eisenmangel:

  • Blasse Haut
  • Reizbarkeit
  • Müdigkeit
  • Geringer Appetit
  • Verlangsamte Entwicklung
Bei Verdacht sollte ein:e Kinderärzt:in kontaktiert und ein Bluttest gemacht werden!

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ab wann sollten Babys eisenreiche Nahrung bekommen?
Mit Start der Beikost, in der Regel ab dem 6. Lebensmonat. Bitte Beikostreifezeichen beachten.

Reichen pflanzliche Eisenquellen aus?
Ja, wenn sie durchdacht kombiniert werden (z. B. mit Vitamin C). Tierische Quellen liefern allerdings besser verfügbares Eisen. In unserm Blogartikel findest du noch mehr zu vegan und vegetarischer Beikost.

Sollte man supplementieren? Wann und wie?
Bei voll gestillten Babys kann eine Supplementierung ab dem 6. Monat sinnvoll sein. Die Dosierung immer mit eine:m Kinderärzt:in abstimmen.

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Quellen:
CDC – Centers for Disease Control and Prevention
National Library of Medicine – Iron Deficiency in Infants
European Food Safety Authority (EFSA) – Eisenbedarf Säuglinge
Kindergesundheit-info.de (BZgA)
American Academy of Pediatrics – Iron Supplementation
Verywell Family – Eisen und Stillen
Wissenschaftliches Zentrum für Ernährung (FKE)

Haftungsausschluss

Der Zweck dieses Artikels besteht lediglich darin, zu informieren und zu inspirieren, nicht aber, medizinische oder ernährungswissenschaftliche Ratschläge zu erteilen. Für den Fall, dass du Bedenken oder Fragen hast, empfiehlt Pumpkin Organics, eine:n medizinische:n Ansprechpartner:in aufzusuchen und sich beraten zu lassen.

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