Beinahe drei von vier Eltern fühlen sich in ihrem Alltag gestresst und erschöpft. Der Grund hierfür ist nicht selten ein zu hoher Mental Load, der häufig hauptsächlich auf den Müttern lastet. Doch was versteht man eigentlich darunter? Warum ist das Thema vor allem bei Müttern so präsent und welche Rolle spielt die Ernährung dabei?
Was ist Mental Load?
Mental Load bei Müttern beginnt oft schon in der Schwangerschaft: Das „auf dem Schirm haben“ von Arztterminen, die Recherche zur richtigen Ernährung und die Organisation des neuen Familienlebens. Eine Studie des Statistischen Bundesamts zeigt, dass typische Care-Arbeit wie Hausarbeit oder Kinderbetreuung nach wie vor zum Großteil von Frauen übernommen wird.
Wenn wir über Care-Arbeit sprechen, meinen wir oft nur das, was man sieht, zum Beispiel das Kochen oder Staubsaugen. Doch die eigentliche Belastung liegt eine Ebene tiefer: Es ist die Last der Verantwortung. Hat mein Kind passende Kleidung für die nächste Jahreszeit? Isst mein Kind ausgewogen?
In jedem Job ist klar, dass Planung, Organisation und das nötige Fachwissen ein fester Teil der Arbeit sind. Im Familienalltag wird das oft übersehen. Es macht einen riesigen Unterschied, ob jemand seine "Mithilfe" anbietet und darauf wartet, Aufgaben delegiert zu bekommen, oder ob die Person tatsächlich die Verantwortung für den Prozess übernimmt. Solange eine Person das gesamte System im Kopf behalten muss, bleibt der Mental Load bestehen, auch wenn die andere Person "mithilft".
"Schatz, sag mir was ich einkaufen soll." hilft zwar bei der Ausführung, es bleibt aber der Mental Load: Essensplanung, Organisation der Vorräte, Management der Vorlieben der einzelnen Familienmitglieder und die Verantwortung, das alle gesund ernährt werden.
Mental Load in der Kinderernährung
Gerade das Thema Ernährung kann einen riesigen Teil dieser Last ausmachen. Es sind die ständigen, unsichtbaren Fragen:
- Wann starte ich mit der Beikost? Welches Lebensmittel als nächstes?
- Welche Nährstoffe braucht mein Kind gerade? Hat es davon genug?
- Hat mein Kind heute genug gegessen? Genug getrunken?
- Was bekommt das Kind in die Brotdose?
Was oft als „mütterliche Intuition“ abgetan wird, ist in Wahrheit aktive Recherche und Managementleistung, die wertvolle Energie kostet.
Mental Load erkennen und fair verteilen
Die gute Nachricht: Die Verteilung des Mental Load ist veränderbar. Am einfachsten gelingt dies, indem man die Verantwortung, nicht nur die einzelnen Aufgaben, fair in der Partnerschaft verteilt. Unsere Expertin des Kids Ernährungs Summit, Dr. Elisabeth Wagner, gibt hierfür folgende Fragestellungen an die Hand:
- Wer organisiert was?
- Wer trägt welche Verantwortung?
- Wie kann Planung fairer verteilt werden?
Wer Unterstützung bei der Analyse braucht, kann den Mental Load Fragebogen vom Bundesverband für Equal Care nutzen.
Wenn man sich als Eltern bewusst macht, welche Verantwortungen wo liegen, kann man Anfangen sie fair zu verteilen.
Fair verteilt, heißt aber nicht, das man Verantwortungen "nach Punkten" genau gleichmäßig verteilt. Sprecht darüber, welche Aufgaben wem leichter fallen. Bezieht damit auch ein, das jeder unterschiedlich Kapazität und Zeit hat. Und teilt auch ein, wer sich für einen Bereich verantwortlich fühlen muss und wer ausführt. Das muss nicht die gleiche Person sein.
Drei Wege zur Entlastung im Alltag
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Inspiration nutzen: Mach es dir leicht und schau dir die tollen Brotbox-Hacks unserer Expertin Moana Werschler an und spare dir wertvolle Planungszeit.
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Resilienz stärken: Weniger Perfektionismus! Coach Sandra Mastropietro betont in ihrem Vortrag beim Kids Ernährungs Summit, wie wichtig es ist, sich auch mal selbst auf die Schulter zu klopfen.
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Druck rausnehmen: Erleichtere dir deinen Alltag durch eine Schublade voller unkomplizierte Snacks für dein Kind, für spontane Hungerattacken zwischendurch oder bequem zum mitnehmen.
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Quellen:
- Bundesverband für Equal Care: Mental Load - Do you Equal Care?
- Springer Verlag: Zeitschrift für Soziale Arbeit: Mental Load und Elternstress
- Statistisches Bundesamt: Zeitverwendungserhebung 2022
Haftungsausschluss
Der Zweck dieses Artikels besteht lediglich darin, zu informieren und zu inspirieren, nicht aber, medizinische oder ernährungswissenschaftliche Ratschläge zu erteilen. Für den Fall, dass du Bedenken oder Fragen hast, empfiehlt Pumpkin Organics, eine:n medizinische:n Ansprechpartner:in aufzusuchen und sich beraten zu lassen.
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