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Mein Kind isst nicht – 7 Tipps, um ein “Nein” beim Essen zu überstehen

Mein Kind isst nicht – 7 Tipps, um ein “Nein” beim Essen zu überstehen

September 02, 2022

Als Eltern sorgen wir uns regelmäßig um die Ernährung unserer Schützlinge. Wir probieren täglich neue Rezepte und versuchen unseren Nachwuchs an gesunde Lebensmittel heranzuführen. Doch von heute auf morgen sagen sie “Nein” zu jedem Lebensmittel und jeder Mahlzeit, die wir ihnen anbieten. Schnell bekommt man das Gefühl “mein Kind isst nicht mehr”. Die Ursachen dieses Verhaltens liegen in der Natur unserer Kinder und sind keinesfalls besorgniserregend. 

Ist es normal, dass mein Kind nicht isst und beim Essen oft “nein” sagt?

Falls eure Familienmahlzeiten auch nur ansatzweise so ablaufen wie unsere, ist es am Ende einfach besser, die Kinder direkt zu baden. Um den Humor nicht zu verlieren, pflichten Florian und ich uns bei, dass Avocado einfach super für Olivias Haare und Süßkartoffel sicherlich sehr pflegend für ihre Haut ist. Oder anders gesagt: Füttern ist mit unserer Tochter ein Abenteuer. Ein Geschmacks- und Sinnesabenteuer für Babys und ein “Was passiert dieses Mal?”-Abenteuer für uns Eltern. 

Wusstet ihr, dass es dafür sogar eine wissenschaftliche Erklärung gibt, die ganz und gar nichts mit der Appetitlosigkeit unserer Kinder zu tun hat? Viele Ärzt:innen und Forscher:innen sprechen von zwei Phasen des Fütterns, bzw. Essen-Lernens: Erst LIEBEN Babys alle Lebensmittel und dann HASSEN sie quasi alles, was wir ihnen vorsetzen – und wir meinen damit wirklich ALLES. Aber diese Phasen sind, so die Expert:innen, völlig natürlich. 

Ihr müsst euch also keine Sorgen machen, wenn euer Kind für einige Zeit vom Gourmet zum sogenannten "Picky Eater", einem pingeligen Esser wird. Am besten ist es daher, diese zweite Phase als ganz natürlich zu betrachten und gemeinsam zu schauen, wie wir sie als Eltern meistern können, dass unser Kind nicht isst.   

Wie soll ich mich als Elternteil verhalten, wenn mein Kind nicht isst und nichts mehr schmeckt?

Natürlich lehnen unsere Babys nicht von einem Tag auf den anderen alles ab, was wir ihnen füttern. Aber es fühlt sich definitiv so an, wenn sie von der einen Phase in die andere übergehen. Als Eltern, ich kenne das zumindest von mir, fragen wir uns natürlich: Was habe ich falsch gemacht, dass mein Kind nicht isst? Während ich mich auf die Gründung von Pumpkin Organics vorbereitet und mich über Nahrung und Ernährungsweisen informiert habe, hat mir eine Expertin gesagt: 

Interpretiere nicht zu viel in die Essensverweigerung. Es ist lediglich das sich entwickelnde Selbstbewusstsein deines Kindes, das dir sagt: "Nein danke, Mama, ich möchte lieber etwas anderes essen. Danke, dass du meine Bitte berücksichtigt hast". Natürlich in anderen, wenigen Worte und meistens mit Händen und Füßen – ihr kennt das!

Von allen Ratschlägen abgesehen, ist es trotzdem eine schwierige Phase für uns Eltern. Es ist völlig normal und okay, wenn wir frustriert darüber sind, dass unsere Kleinsten den Teller immer wieder beiseiteschieben, wenn sie am Tisch schreien und das Essen ausspucken. Ich wünschte, ich hätte bessere Neuigkeiten, aber Expert:innen sagen, dass die Phase in der unsere Kinder nichts essen zwischen dem 2. und 6. Lebensjahr andauern kann. 

Was kann ich gegen das “Nein” meines Kindes tun? 

Ein paar gute Neuigkeiten habe ich doch. Mit der Zeit habe ich sieben Methoden gefunden, die an unserem Esstisch meistens funktionieren. Hier sind meine Tipps, um durch die schwierige Phase des “Neins” zu kommen:

  1. Manchmal brauchen wir 8 bis 10 Versuche, bis sich euer Kind in ein neues Lebensmittel verliebt. Denn je mehr sie mit einem Lebensmittel oder mit einer Speise in Berührung kommen, desto weniger Berührungsängste haben sie mit ihr. Gebt also nicht zu früh auf!

  2. Mixt Lebensmittel, die sie lieben. Es gibt dafür sogar einen Namen: "Brückenlebensmittel". Eines der häufigsten Beispiele dafür ist Ketchup. Die meisten handelsüblichen Ketchups sind vollgepackt mit Zucker und Salz und enthalten nur sehr wenige Tomaten (oder sogar gar keine). Daher schlage ich vor, das "verhasste" Essen mit Gemüse oder Kräutern zu mischen, die sie lieben. Zum Beispiel frische Minze, Basilikum, Petersilie oder sogar eine kleine Prise Zimt oder Kurkuma.

  3. Lobt eure Babys, wenn sie es versuchen. Mit einem "gut gemacht, Schatz!", könnt ihr bereits ihre Welt verändern. Aber bitte nicht zwingen – das wird genau das Gegenteil bewirken. Es wird definitiv dauern, aber sie werden es schaffen, wenn sie in ihrem Tempo richtig essen lernen.

  4. Esst an einem vertrauten Ort – es ist immer hilfreich, eine vertraute und freundliche Umgebung für das gemeinsame Essen zu schaffen. Idealerweise sollte das Abendessen am Esstisch stattfinden – als Familie.  

  5. Führt eure Kinder durch das Essen und sprecht mit ihnen wie mit vollwertigen Familienmitgliedern. Auch kleine Kinder möchten integriert und angesprochen werden. Fragt sie nach ihrem Tag und danach, wie sie das Essen mögen: Hat es die richtige Temperatur? Möchten sie etwas frisches Basilikum darauf haben? Ihr werdet erstaunt sein, wie viel Informationen ihr dabei erhaltet!

  6. Geht mit gutem Beispiel voran. Unsere Kinder beobachten uns auf Schritt und Tritt, warum sollte es bei unserem Essverhalten anders sein? Esst dasselbe, das sie essen (ihr könnt natürlich eure Mahlzeit etwas salziger und schärfer gestalten!) und zeigt ihnen, wie gut es schmeckt. Am besten natürlich mit einem Lächeln im Gesicht.

  7. Atmet ein, atmet aus – mit Geduld und Ausdauer kommt man irgendwann ans Ziel!

Was ich noch sagen möchte:

Wenn wir also wissen, dass die Nein-Phase irgendwann auf uns alle zukommt, wäre es dann nicht toll für unseren Seelenfrieden, wenn wir die Ja-Phase voll und ganz auskosten? Wie es der Zufall so will (es ist kein Zufall 😉), ist das gesamte Nahrungs- und Ernährungskonzept von Pumpkin Organics auf genau die Zeit ausgerichtet, in der euer Nachwuchs noch neugierig und mit großem Appetit (fast) alles probieren. Wenn wir sie im Kleinkindalter, vor dem zweiten Lebensjahr, mit Vielfalt in Sachen Gemüse, Texturen und Geschmäckern vertraut machen, erhalten wir später hoffentlich mehr “Mama, das schmeckt!” als ausgespucktes Abendessen und dem Gefühl, dass das Kind einfach nichts mehr isst.


Love, Jaclyn